Beiträge für einen Podcast (5)


Warum lieben wir Schnee? (BB Radio, 2022)



Einige Menschen neigen ja zu Wintergrimm, wenn vor dem Fenster Schneeflocken stöbern. Dennoch lassen uns besonders die ersten Schneefälle nicht kalt. Selbst Wildtiere im Wald sind dann wegen der grellen Helligkeit zunächst scheu, aber wenig später toben bereits die Jungtiere im Schnee. Für uns Menschen besitzt eine Schneelandschaft nicht nur einem schönen Anblick, sondern alles läuft leiser und langsamer in ihr ab. Wir werden automatisch nachsichtiger zueinander und nehmen es gern zur Kenntnis, wenn über den Schnee ein Schlitten davon gleitet.

Warum lächeln wir uns zu? (BB Radio, 2022)



Leben bedeutet oft Mehrkampf. Dennoch lächeln wir uns nicht nur dann zu, wenn wir dringende Flirt-Interessen haben. Mit einem Lächeln signalisieren wir uns nämlich, dass wir vorerst auf Kampf verzichten. Mitunter genügt ein Augenzwinkern, wenn wir darin viel schmeichelhafte Vertraulichkeit zu legen wissen. Lächeln meint Begütigung, sodass wir sogar eine eigene Verzweiflung beschwindeln können. Auch wenn Lächeln rasch abflacht und von unseren Gesichtern verschwindet, um einem besorgten Ausdruck Platz zu machen, suchen wir doch zumindest die Simulation eines freundlichen Miteinanders und wünschen uns, vom Licht eines Lächelns angestrahlt zu werden.

Warum finden wir Ratten nicht niedlich? (BB Radio, 2022)



Wenn man Ratten genauer anschaut, sind dies eigentlich possierliche Tiere mit drolligen Gesichtszügen, großen schönen Augen, Stupsnase, niedlichen Ohren und putzigen Händchen. Dennoch mögen wir sie zumeist nicht, da sie sich als biologische Kulturfolger an die Nähe des Menschen zu gut angepasst haben, durch ihre Nagerzähne Materialschäden verursachen und als Vektoren auch Krankheitserreger wie Salmonellen und Hantaviren übertragen können. Auch unsere Lebensmittelvorräte und Müllcontainer sind für Ratten gefundenes Fressen. Im Gegenzug haben sie für uns als Laborratten aber immer so zuverlässig funktioniert, als hätte man sie mit Silizium gefüttert.

Warum sprechen wir weniger Dialekt als unsere Eltern? (BB Radio, 2022)



Früher waren Dialekte die Ausweise für eine bestimmte Heimat. Man erlebte Fremde, die nicht nur anders klangen, sondern Gespräche hie und da auch mit vollkommen unverständlichen Redewendungen würzten. Heute empfinden jüngere Menschen Dialekte eher als provinziell und beruflich hinderlich. Dennoch bleibt uns der in unserer Herkunftsregion übliche Zungenschlag unbewusst bis ins Alter ein wenig anhänglich, wenngleich gemildert durch Ortswechsel. Spätestens wenn wir die in der Heimat Zurückgebliebenen besuchen, gelingt es uns wieder erstaunlich gut, mit Mundart unsere Rede über jede Stolperschwelle zu heben.

Warum entwickeln wir Telefonphobien? (BB Radio, 2022)



Wir beobachten, dass immer mehr junge Erwachsene sich ängstigen, mit fremden Menschen ein Telefongespräch zu führen. Zum einen möchten sie nicht lästig fallen und jemanden aus der aktuellen Beschäftigung reißen. Ein Telefongespräch erzwingt ja eine sofortige Konversation, wohingegen eine Mail oder Sprachnachricht zurückhaltender und damit höflicher ist, weil das Gegenüber selbst entscheiden kann, zu welchem Zeitpunkt es darauf reagiert. Zum anderen fürchten viele, bei direkten Telefongesprächen ihr Anliegen vielleicht nicht präzise genug zum Ausdruck bringen zu können. Eine Mail oder Sprachnachricht können wir vor dem Abschicken ja korrigieren, wodurch sich einem Missverstehen besser vorbauen lässt.

Warum betrachten wir uns gern auf alten Fotos? (BB Radio, 2022)



Das Alter setzt unserem Erinnern Barrieren. Fotos geben dann lückenhaft Erinnerungen preis. Sehen wir darauf uns selbst, können wir uns der Eitelkeit hingeben, dass wir es offenbar schon damals wert waren, fotografiert zu werden. Es werden dann Gedächtnisinhalte aufgewärmt, die den Schlag unseres Herzens zu schnellerem Takte befeuern. In der Regel erkennen wir mit den Aufnahmen von früher, dass wir bereits in jungen Jahren ganz die oder der Alte waren.

Warum kommt es besonders an Wochenenden zu Streits? (BB Radio, 2022)



Man könnte sagen: Müßiggang ist aller Psychologie Anfang. Wenn wir nämlich keinen beruflichen Terminen nachgehen müssen und uns stattdessen ständig vor Augen haben, beginnen wir mit der Innenschau. Vornehmlich an Wochenenden und freien Tagen haben wir länger geschlafen, sattsam gegessen, der Gummizug unserer Hose hat schlapp gemacht und aus Überdruss wird es Zeit, die Streitaxt auszugraben. Viele Familien sind dann in ihrem Streit schon gut eingespielt.

Warum sind wir durch einzelne Lehrer geprägt? (BB Radio, 2022)



Die Schule gibt zu tun, damit die Jugend nicht müßig liege. Solange uns der Ranzen anhängt und die Eltern uns der Schule zutreiben, ist sie der bestimmende Mittelpunkt des Lebens. Wir sehen uns dort Lehrern gegenüber, die in ihren Fächern mehr wissen als unsere Verwandten. Je nach ihrer Unterrichtsführung plaudern sie entweder weit über unseren Kopf hinweg oder sprechen angenehm leise und unverständlich. Wir sind jedoch durch diejenigen Lehrer beeindruckt, die für ihr Fach brennen und einen Teil dieses Feuers auf uns abstrahlen. Die Prägung erfolgt also durch Energieübertragung und wirkt auch dann noch fort, wenn wir den Schulbesuch bereits endgültig eingestellt haben.

Warum zeigen große Geschwister elterliche Beschützerinstinkte? (BB Radio, 2022)



In einigen Familien werden der Fruchtbarkeit immer neue Zeugnisse abgerungen. Mit steigender Geschwisterzahl bildet sich unter denselben eine Rangordnung, die aber auch bereits bei nur zwei Kindern beobachtbar ist. Ältere Kinder erleben ein neues Baby nämlich zunächst als überraschend anfällig. Später registrieren sie gegenüber ihrem jüngeren Geschwister vor allem einen eigenen Wissensvorsprung. Aus dem wahrgenommenen Stärkeunterschied entsteht das Bedürfnis, Fürsorge auszuüben, um sowohl Schwesterchen und Brüderchen als auch den Eltern eine Freude zu bereiten.

Warum legen wir zunehmend Wert auf unsere Körper? (BB Radio, 2022)



Im Zeitalter der Metaphysik nannte man den Körper früher das "Gefängnis der Seele". Man empfand die seelische und geistige Entwicklung gewissermaßen als ausgebremst durch den Körper. Heute sehen wir eine interessante Umkehrung der Perspektive. Durch die zunehmende Zurschaustellung unserer Körper in sozialen Medien betrachten wir die Seele eher als das Gefängnis des Körpers. Beispielsweise demonstriert das Ringen um gutes Aussehen und gesunde und ethisch vertretbare Ernährung, wie sehr der heutige Körper von der Seele versklavt wird.

Warum belastet uns das Ende unserer Lieblingsserien? (BB Radio, 2022)



Unsere Fantasie ist schwerelos. Gute Serien ziehen uns nicht nur in den Bann interessanter Geschichten, sondern bieten auch Identifikationsprofile. Haben wir nämlich mit einer Figur über viele Folgen mitgelitten, erscheint uns ihr Denken und Handeln vertraut wie bei einem Familienmitglied. Zudem haben wir während des Serienschauens vielleicht öfters Snacks mit aggressiven Kalorienzahlen auf dem Schoß gehabt und uns in runder Form befestigt. Wir verknüpfen Serien dann seelisch mit entspanntem Lebensgenuss, was das Loslassen erschwert.

Warum geben wir gern Geld aus? (BB Radio, 2022)



Waren wir als Kinder und Jugendliche geldlich noch knapp gestellt, neigen wir als Erwachsene zur Kompensation durch Konsum. Das Geldausgeben verschafft uns ein vorübergehendes Glücksgefühl und die Selbstbestätigung, es geschafft zu haben, sich etwas leisten zu können. Natürlich kommt uns hierin der Kapitalismus mit seinem Überangebot von Waren und Dienstleistungen entgegen, in welchem es nicht um die Deckung, sondern um die Weckung von Bedürfnissen geht. Der wahre Wert des Geldes besteht übrigens darin, erschwingen zu können, viele Dinge nicht mehr zu tun.

Warum ekeln wir uns vor Insekten? (BB Radio, 2022)



Mit dem Frühling beginnt bald auch wieder die Zeit für Insektenfreunde. Gleichwohl reagieren viele Menschen auf sie mit Zurückhaltung. Unser Ekel ist jedoch nicht angeboren, sondern anerzogen und fußt auf der Angst, Insekten würden vermehrt Krankheiten übertragen. Außerdem irritiert ihre uns fremde, schnelle und unkontrollierbare Bewegungsart sowie die Tatsache, dass sie zumeist in Gruppen unterwegs sind. Nüchtern betrachtet, ist Ekel jedoch Unwissenheit. Denn ebenso gut könnten wir in den Insekten auch Tiere von Schönheit und faszinierender Eleganz sehen.

Warum fällt es uns schwer, anderen etwas zu gönnen? (BB Radio, 2022)



Die Schwierigkeit, anderen etwas zu gönnen, beruht auf einem Denkfehler: Der Erfolg eines anderen ist nämlich nicht gleichbedeutend mit dem eigenen Misserfolg. Dennoch machen wir immer wieder den Fehler, die Lebensfreude bei Mitmenschen assoziativ mit einer möglicherweise bei uns vorhandenen Lebensunzufriedenheit zu verknüpfen. Stattdessen kann uns der Gedanke helfen, dass etwas nicht zu wollen genauso gut ist wie es zu besitzen. Psychologischer Frieden bedeutet eigentlich nichts anderes als die Abwesenheit von Verlangen.

Warum reden alte Menschen gern über ihre Krankheiten? (BB Radio, 2022)



Unter alten Leuten teilt man außer Herzlichkeiten einander Krankheiten und deren Verlauf mit. In jungen Jahren sind wir mit Kräften am ganzen Körper noch reichlich beladen, aber später sind wir mit wuchtigen Kräften eher nicht mehr versehen. Die Anfälligkeit für Leiden wächst und Arztbesuche stellen regelmäßige Ereignishöhepunkte dar. Wenn wir dann mit Gleichaltrigen Bemerkungen über unsere Körperbeschaffenheit tauschen und eingehende Bemerkungen über unsere wechselnden Krankheitserscheinungen machen, können wir sicher sein, ein allgemeingültiges Gesprächsthema gefunden zu haben, bei dem jeder ein Wörtchen mitreden kann.

Warum sind kritische Kommentare im Netz verbreiteter als positive? (BB Radio, 2022)



Wir erleben, dass sich in den sozialen Medien die herabsetzende Kritik heiser schreit. Natürlich gab es feindselige Ablehnungen auch früher schon. Die sozialen Netze haben sie eigentlich nicht vermehrt, sondern nur sichtbarer gemacht. Dennoch ermuntert die Anonymität des Internets sowohl die Benutzer der linken wie der rechten Gehirnhemisphäre, ihrem eigenen Aufgewühltsein Luft zu machen. Sind wir nämlich mit etwas einverstanden, verhalten wir uns eher schweigend. Selten werden daher Kommentare im Internet so aufbereitet wie eine Weihnachtsgans, die allen schmecken muss.

Warum verwöhnen wir unsere Kinder? (BB Radio, 2022)



Durch Kinder gewinnt die eigene Existenz im positiven wie im negativen Sinne enorm an Komplexität. Dennoch hat sich unser Umgang mit ihnen gewandelt. In früheren Jahrhunderten war die zumindest teilweise einkalkulierte Arbeitskraft der Kinder eine Stütze der Familie. Wenn heute Babys an Licht kommen, so wird um sie sofort ein Zirkel der Schonung und Zärtlichkeit gezogen. Wir können es uns leisten, auf die Mitarbeit der Kinder im Haushalt oder gar auf dem Feld zu verzichten. Mitunter werden heutige Kinder ähnlich wie Geliebte gehalten. Es genügt uns beinahe, wenn sie in vornehmen Posen auf dem Sofa liegen.

Warum haben wir bei Krankmeldung ein schlechtes Gewissen? (BB Radio, 2022)



Es gibt eine gesunde Art krank zu sein. Hierzu gehört, dass uns einerseits dann Ratschläge von ärztlicher Umsicht auferlegt werden, für deren Verabsäumung wir uns nicht rüffeln lassen wollen. Andererseits bleiben wir auch im Krankheitsfall loyal gegenüber unseren Arbeitskollegen. Wir wissen nur zu gut, dass unser Ausfall die Arbeitslast der Anderen erhöht. Außerdem ist eine Krankmeldung mit dem Stigma mangelnder Leistungsfähigkeit belegt. Statt aller Arbeitsgeschäfte enthoben zu sein, entschließen wir uns dann manchmal zu schnell, unsere Erkrankung abklingen zu lassen und uns wieder in Arbeit zu setzen.

Warum führen Familienfeste oft zu Auseinandersetzungen? (BB Radio, 2022)



Feste bringen oft Unruhe in den Familienbetrieb. Denn wir sind nicht daran angepasst, stundenlang mit zahlreichen Familienmitgliedern auf engem Raum eingesperrt zu sein. Zu sehr unterscheiden sich unsere Anschauungs- und Lebensweisen voneinander. Sind wir dann zu langer Konversation gezwungen und wird dabei gar dem Alkohol zugesprochen, ist die Feierlichkeit rasch überwunden. Wo eben noch fester Boden war, zeigen sich schnell vermehrende Risse. Gottlob gibt es jedoch meistens ein oder mehrere Familienmitglieder, deren Versöhnungseifer die Familienmühle betreibt und vorübergehend befrieden kann.

Warum betrachten wir uns morgens ungern im Spiegel? (BB Radio, 2022)



Viele Menschen geraten morgens dem Spiegel in die Falle. Steht uns nämlich noch ein bisschen Schlaf in den Augen, glauben wir, dass wir übermäßig zerknittert seien. Wir bringen dann misstrauisch unser Gesicht dem Spiegelglas nahe und schneiden uns eine saure Grimasse. Wir wünschen nämlich nicht, dass unser Aussehen unsere Lebenslast ahnen lässt. Tatsächlich sehen andere aber bei uns nur, was sie zu sehen beschlossen haben und deshalb eigentlich das, was sie immer sehen. Aus diesem Grund könnten wir den Mut haben, uns auf dem Gebiete der Toilette mit einem Minimum zu behelfen.

Warum reduziert sich in der Lebensmitte unser Freundeskreis? (BB Radio, 2022)



Die Misanthropie ist älter als der Mensch. Schon der Großaffe in mittleren Jahren kann nach der Midlife Crisis zuweilen übellaunig werden und den Mitaffen nicht mehr leiden. Je älter wir nämlich werden, desto verhärteter sind wir in unseren Anschauungen. Unsere Flexibilität lässt zu wünschen übrig. Da dies jedoch bei vielen Gleichaltrigen ebenfalls abläuft, dampfen sich die Freundeskreise ein. Hinzu kommt, dass wir immer weniger meinen, auf sie angewiesen zu sein, da wir vieles mit Geld lösen, wofür wir früher Freunde gebraucht haben. Man kann sich übrigens nur Freunde machen, wenn man selbst einer ist.

Warum reden wir gern über unsere Probleme? (BB Radio, 2022)



Als Herdentiere lieben wir den Austausch mit anderen. Wenn wir einander unsere Kümmernisse mitteilen und Auskunft über unsere Befindlichkeiten geben, geschieht dies nicht nur, weil sich in uns Erzählmasse gestaut hat. Wir fühlen uns nämlich bereits gewertschätzt, wenn uns jemand nur zuhört und wir in einer Ohrmuschel Zuflucht suchen können. Indem wir über etwas reden, ordnen wir unsere eigenen Gedanken. Manche sind freilich ihren Herzenskummer zu verbergen bemüht, sodass nur der Aschenbecher Auskunft über die Fortschritte ihrer Krise gibt. Andere können in fließendem Therapeutisch über ihre Beschwerden sprechen. Das gesunde Maß liegt wie immer in der Mitte.

Warum bekommen wir Frühlingsgefühle? (BB Radio, 2022)



Solange vor dem Fenster Winter ist, bedarf es zahlreicher Hausmeister und Psychologen, um die schneebedeckten und auch innerseelischen Bürgersteige wieder deutlich zu machen. Reißen im Frühjahr dann die Wolken auf, wird dies von uns mit überfließendem Herzen bejaht. Die Tageshelligkeit ist nämlich deutlich höher als im Winter, sodass unsere Produktion des Müdigkeitshormons Melatonin gedrosselt und die des aktivierenden Serotonins gefördert wird. Auch viele Tiere paaren sich vermehrt im Frühling. Von der Natur kommt also heiterer Zuspruch und wir können den Becher der Lebenslust kippen.

Warum tun uns Telefonate mit guten Freunden gut? (BB Radio, 2022)



Wir Menschen sind manchmal außer Stande, die Gedanken zu ordnen, die uns tausendfältig bestürmen. Es helfen dann Telefonate im Freundeskreis, da wir hier Bericht geben oder unseren Sündenpfuhl ausleeren können. Werden gute Freunde zu Rate gezogen, wenn uns Trübsal erfasst, fungieren sie als unsere Zündschlüssel und sind mitunter durchaus auch in der Lage, unser Schifflein wieder flott zu machen.

Warum können Männer schlechter zwischen den Zeilen lesen? (BB Radio, 2022)



Frauen sind bei der Partnerwahl auf der Suche nach Männern, die die materiellen Probleme klein halten. Deshalb haben im Laufe der Menschheitsgeschichte die Männer gelernt, der Welt eher sachlich zugetan zu sein. Frauen hingegen orientieren sich stärker an ihren Beziehungen zu anderen Menschen und haben deshalb die Fähigkeit erworben, feinere Subtexte zu lesen. Denn zwischen den Zeilen liegt der Raum für emotional Mitgemeintes und Zwischenmenschliches. Dorthin reicht kein nüchterner Geradsinn. Daher fürchtet man auch zu Recht alte Männer, deren Finger nah am Drücker zittern.

Warum sind wir reizbarer, wenn wir Hunger haben? (BB Radio, 2022)



Hinter unserer Reizanfälligkeit bei Hunger steckt der Blutzuckerspiegel. Ist er zu niedrig, fehlt besonders unserem Gehirn Energie. Folgerichtig werden wir unkonzentriert, begehen vermehrt Fehler und uns fehlt regelrecht die Kraft, nett zu sein. Unser Körper stößt das aus 36 Aminosäuren bestehende Neuropeptid Y aus, einen Botenstoff, der uns aggressiv gegenüber anderen Menschen werden lässt. Alles gibt uns Reizfutter und unsere Gedanken sind fast nur noch auf mögliches Essen gerichtet. Mit wölfischem Hunger drängen wir uns dann an den Tisch und stopfen uns heißhungrig.

Warum lassen wir uns durch Horrorfilme ängstigen? (BB Radio, 2022)



Horror- und Gruselfilme setzen auf die Funktionstüchtigkeit unserer Spiegelneuronen. Denn wenn den Protagonisten Unheilvolles widerfährt, werden auch in unseren Gehirnen ähnliche Empfindungen wachgerufen. Bereits in alten Märchen steht dunkel uns der Wald nahe, in dem sich Kinder verlaufen und in vielerlei Gestalt die Angst wurzelt. Früher genügte es in Gruselfilmen, wenn sich eine Orgel mit Macht hören ließ; schon setzte in allen Spielarten unsere Angst ein. Heute sind wir etwas abgestumpfter und nehmen auch stärkeren Tobak. Psychologisch gewendet, bleiben wir durch die Kunst von Horrorfilmen gefordert, unsere Ängste aufzufrischen.

Warum fühlen wir uns in langjährigen Partnerschaften voneinander genervt? (BB Radio, 2022)



Währt eine Partnerschaft viele Jahre, kennen wir die Unverbesserlichkeit der beiderseitigen Macken und sind auch der immer gleichen Geschichten des Partners überdrüssig. Fast alle Frauen nehmen daher an den Reden ihrer Männer Anstoß und auch die Männer lassen in ihrer zuwendungsvollen Spannkraft nach. Sind die Frauen gar irgendwann lieber mit ihren Freundinnen und die Männer mit Bierflaschen befasst, werden im Extremfall bei der Zubereitung von Pilzen neben essbaren Sorten auch solche in Betracht gezogen, die die Gesundheit des Anderen zu schädigen imstande sind.

Warum geht es uns besser, wenn wir bei Frust ein wenig tanzen? (BB Radio, 2022)



Bemächtigt sich Frust oder Niedergeschlagenheit unseres Geistes, ist nicht immer jemand da, gegen den wir unser Herz ausschütten können. Möchten wir dennoch über den Kummer hinweg kommen, den bestimmte Ereignisse eingerührt haben, hilft ein wenig Tanzen. Sowohl unser Körper als auch unsere Seele geraten dadurch wieder in Fluss. Die harmonischen Bewegungen sorgen dafür, dass unserem verengten Herzen ein positiver emotionaler Schrittmacher geschenkt wird.

Warum folgen wir Influencern? (BB Radio, 2022)



Streng genommen sind den Influencern keine besonderen Gaben zuzusprechen. Die meisten von ihnen besitzen weder gute Erfahrung in praktischer Berufsausübung noch haben sie je beschlossen, die Brust einer Universität anzunehmen und sich mit den Anfängen irgendeiner Kunst oder Wissenschaft vertraut zu machen. Dennoch befolgen wir gern ihre Lebens- und Kosmetiktipps, da uns ihr Talent genügt, sich auf dem Stuhl vor der Webcam gefällig zu wiegen. Durch den nicht abreißenden Strom ihrer Postings wird uns eine Vertrautheit vorgegaukelt, die wir als eine moderne Form von Freundschaft wahrnehmen.

Warum stehen wir ungern im Mittelpunkt? (BB Radio, 2022)



Mit kaum etwas kann man die Menschen leichter ködern und die Wissenschaft nachhaltiger verwirren als mit der humanistischen Forderung, der Mensch habe im Mittelpunkt zu stehen. Tatsächlich stehen die wenigsten Einzelwesen gern im Brennpunkt der Aufmerksamkeit, da die Wahrscheinlichkeit von Blamieren steigt, je mehr Augenpaare auf uns gerichtet sind. Es ist wesentlich bequemer und energiesparender, sich einer beliebigen Mehrheitsgruppe anzuschließen und von dort aus in schlaffer Haltung nur zu beobachten.

Warum haben wir Angst vor dem Zahnarzt? (BB Radio, 2022)



Wenn sich in unserem Mund gesunde Zähne sehen lassen sollen, werden Zahnarztbesuche früher oder später zur unaufschiebbaren Notwendigkeit. Allerdings gelingt es nicht allen, dort Haltung zu bewahren und den Praxisaufenthalt als innere Gleichgewichtsübung zu bewältigen. Intuitiv halten wir nämlich die Gerätschaften für zu hart, spitz und laut, um sie in unserem sensiblen Mund wirken zu lassen. Hinzu kommt, dass das Ambiente oft wenig tut, um den Patienten in sorgloser Stimmung zu halten. Ein martialisch anmutender Behandlungsstuhl nebst heller Lampe und Spülungsbecken machen das Vertrauenfassen schwer.

Warum haben wir im Frühling mehr Energie? (BB Radio, 2022)



Nach einem langen Winter sind unsere Lichter oft herabgebrannt oder nahezu ausgelöscht. Uns setzt das unschöne Wetter zu und wir klagen über den Winterfrost der Trostlosigkeit, der uns beim Anblick der Welt überfällt. Mit dem einsetzenden Frühling beleben sich auch unsere Kräfte, da der Himmel Farbe annimmt, die Tage länger und wärmer werden, und wir vom auftrumpfenden Pflanzenwachstum umgeben sind. Es bietet sich uns wieder ein Füllhorn von Aktivitätsmöglichkeiten im Freien und die Knospenbotschaft im März lässt auch die seelischen Himmel von Tier und Mensch erhellen.

Warum können wir nicht einschlafen, wenn wir grübeln? (BB Radio, 2022)



Grüblerische Gedanken können unseren Schlaf durchaus in Besitz nehmen. Zum Einschlafen muss nämlich unser Gehirn chemische Substanzen freisetzen, die das Bewusstsein abschalten. Das logisch-kohärente Denken beginnt zu zerfallen und es senkt sich der Schlaf über uns. Bewegen wir in unserem Schädel jedoch allerhand Grübeleien, die auch noch emotional besetzt sind, meint unser Gehirn noch Dinge erledigen zu müssen und hält uns wach. Bevor unsere Furcht vor der Zukunft ins Riesenhafte wächst, sollten wir dann lieber noch einmal aufstehen und kurz auf die Toilette gehen.

Warum möchten wir manchmal einfach nur allein sein? (BB Radio, 2022)



Zuweilen möchten wir uns in mentaler Einsamkeit einpuppen. Der Grund liegt in der Anstrengung, die uns unsere komplizierten Sozialbeziehungen täglich abverlangen. Vorübergehend nicht kommunizieren zu müssen, spart Energie und unsere Kräfte erhalten eine Möglichkeit zum Sammeln. Wir können uns dann vor der Welt vergraben und ungestört mit dem Leben und unserem Schicksal Zwiesprache halten. Falls wir übrigens eine Verteidigungslinie für unseren zeitweiligen Rückzug benötigen, können wir so tun, als seien wir von unbestimmt künstlerischer Beschäftigung.

Warum fällt uns Verzicht auf Alkohol schwer? (BB Radio, 2022)



Viele Menschen erwägen, mit dem Alkoholkonsum gänzlich aufzuhören, schwanken aber noch. Denn abgesehen von seinem tatsächlichen Suchtpotenzial glauben wir an den geselligen Effekt eines gemeinsamen Trinkens und haben uns außerdem antrainiert, Alkohol dann aufzunehmen, wenn uns gerade nichts Besseres einfällt. Bevor wir jedoch grundlos der Natur zuprosten, sollten wir uns vor Augen führen, dass jedem Schluck Alkohol auch bleihaltige Schwermut beigemischt ist. Selbst wenn wir zunächst Fidelität spüren oder im Rausch unseren wechselseitigen Flirtroutinen unterliegen, so fallen alkoholisch enthemmte Gemüter doch irgendwann auf Nüchternheit zurück.

Warum erliegen wir selbsterfüllenden Prophezeiungen? (BB Radio, 2022)



Erwartungshaltungen lenken unser Erleben und Verhalten in eine bestimmte Richtung. Da wir an unsere eigenen Zukunftsprognosen glauben, agieren wir so, dass sie sich erfüllen. Sobald nämlich schrittweise eintritt, was wir erwartet haben, verstärken wir unbewusst unser entsprechendes Verhalten, um noch mehr Erwartbares zu verwirklichen. Die Erfundenheit von etwas beinhaltet übrigens keinen Einwand gegen die Wahrheit einer Sache, so wie die Tatsache, dass Flugzeuge Erfindungen sind, die Tatsache ihres Fliegenkönnens nicht widerlegt.

Warum mögen wir keine perfekten Menschen? (BB Radio, 2022)



Dort, wo Sprünge in den Dingen und Menschen sind, kommt das Licht herein. Deshalb sind wir eigentlich voller Duldsamkeit gegen die Schwächen unserer Artgenossen. Solange noch Potenzial nach oben vorhanden ist, sind unsere Mitmenschen unvollkommen wie wir selbst und wir brauchen uns an ihrer Seite nicht allzu klein zu fühlen. Wir können dann gemeinsam wachsen. Liebenswürdig ist daher immer nur der Verlangende, nicht der Satte.

Warum sind uns Social-Media-Likes wichtig? (BB Radio, 2022)



Elektronische Medien als Instrumente der Selbstpräsentation fügen sich heute nahezu jedwedem persönlichen Wunsch. Wir können uns darstellen, wie wir es wollen. Werden unsere Postings geliked, empfinden wir dies zwar als Selbstbestätigung und Ermunterung, auf dem eingeschlagenen Pfad fortzufahren. Letztlich zappeln wir aber wie gefangene Fische im Netz. Denn wir gelangen nur dadurch in die Schaumkronen öffentlichen Wahrgenommenwerdens, wenn wir dem entsprechen, was andere an uns sehen möchten. So betrachtet bedeutet auch Prominenz heute nichts anderes als das Haben von Gefolgsleuten.

Warum legen wir Wert auf Pünktlichkeit? (BB Radio, 2022)



Wir Deutschen erscheinen fast überall mit großer Pünktlichkeit. Selbst wenn bei schlechtem Wetter ein Regen mit der Straße flüstert, kommen unsere Autos und Züge noch immer vergleichsweise pünktlich durchs Gesprühe. Wir betrachten dies nämlich als Tugend und als Ausdruck unserer Ernsthaftigkeit und Effizienz. Überdies möchten wir die auf uns Wartenden wertschätzen, indem wir ihre Zeit nicht über Gebühr beanspruchen. Dennoch funktionieren Gesellschaften auch dann, wenn alle ein wenig entspannter agieren. Genau genommen ist es nämlich nie zu spät, unpünktlich zu sein.

Warum haben wir Haustiere? (BB Radio, 2022)



Johann Gottfried Herder meinte, wenn man aufrecht geht, kann man zum Gott der Tiere werden. Das heißt, wir sind zwar selbst aus der Säugetierreihe hervor gegangen, möchten uns aber über jene erheben. Da Tiere keine verneinten Aussagen bilden, werden wir durch sie nicht in Frage gestellt. Gleichzeitig lebt unser Zuhause durch Tiere auf. Sie sind wie Kinder, die unsere Zuwendung lieben, wenngleich sie natürlich nicht durchgängig eine schneckenförmige Ruhestellung einnehmen. Auch in der Welt der Tiere gibt es nämlich schwarze Schafe.

Warum können wir Süßigkeiten kaum widerstehen? (BB Radio, 2022)



Das Verlangen nach Süßem wurde ins in die Wiege gelegt, denn wir haben bereits Muttermilch als süß und nahrhaft erlebt. Zucker drosselt die Ausschüttung von Stresshormonen und führt zu schneller Beruhigung, weshalb wir uns an ihn wie an eine Droge gewöhnen. Geben wir unserer Lust am süßen Essen nach, tun wir unserem Körper zwar zunächst etwas Gutes, mittelfristig werden wir aber natürlich rundum straff und setzen dann durch unser Auftreten Kontur.

Warum vergessen wir Geburts- und Hochzeitstage? (BB Radio, 2022)



Generell kann man sagen, dass wir uns merken, was uns wichtig ist und vergessen, was uns eher unwichtig erscheint. Da Frauen oftmals beziehungsorientierter als ihre Partner sind, neigen vorrangig die Männer zum Vergessen von Geburts- und Jahrestagen. Sie messen den Kalenderdaten weniger Gewicht zu, da sie sich zu sicher fühlen, ihre Partnerinnen würden ohnehin längerfristig bei ihnen bleiben und auf einzelne besondere Tage käme es nicht an. Frauen vollziehen diesen Schluss jedoch nicht mit derselben Geradlinigkeit. In solchen Situationen fühlen wir uns nämlich wie eine missratene Vase, welche der Töpfer zu den Scherben wirft.

Warum ähneln wir unseren Hunden? (BB Radio, 2022)



In jedem fünften deutschen Haushalt werden wir von Hunden umsprungen. Die rund 10 Millionen Hunde weisen tatsächlich mitunter Ähnlichkeiten zu ihren Haltern auf. In äußerlicher Hinsicht betrifft dies aber nicht etwa die Frisur, sondern den Ausdruck der Augen. Wir finden nämlich intuitiv solche Tiere sympathischer, in denen wir Parallelen zu uns selbst sehen. Wir werden dann wehrloser in unserer Kaufentscheidung. Noch wichtiger sind freilich Ähnlichkeiten in der Persönlichkeitsstruktur zwischen Hund und Halter, da das jeweilige Tier zu unserem gegenwärtigen Lebensstil passen muss.

Warum bekommen wir nie genug? (BB Radio, 2022)



Wenn etwas uns gute Gefühle macht, wollen wir immer mehr vom Gleichen, weil sich nämlich Emotionen viel zu schnell abschwächen und aufgefrischt werden wollen. Es sind also weniger die Dinge selbst, für die wir kein Maß finden, sondern die Gefühle an ihnen. Goethe hat jedoch bemerkt, in der Beschränkung zeige sich der Meister. Bei Genügsamkeit geht es schließlich nicht darum, nichts zu besitzen, sondern darum, dass nichts uns besitzt. Wer dies begriffen hat, für den ist die Welt ein Obstgarten mit tiefhängenden Früchten.

Warum flippen wir aus? (BB Radio, 2022)



Das klassische Ausflippen bedeutet, dass wir auf Reize nicht mit der angemessenen Energie reagieren. Wenn wir uns von einer Situation emotional stark beansprucht fühlen, überschätzen wir ihre Wichtigkeit. Folgerichtig ist auch unsere Reaktion auf diese Situation dann überschießend und in ihrem Maß verfehlt. Wer aus der Haut fährt, möchte unbedingt Oberhand gewinnen, um die Kontrolle über die vermeintlich ins Kraut geschossene Lage zurück zu erlangen. Teilen wir jedoch verletzende Hiebe aus, suchen uns zum Ausgleich später Schuldgefühle heim.

Warum wirken Männer manchmal unsensibel? (BB Radio, 2022)



Fragt man als Psychologe Frauen nach ihrem Wunschpartner, dann soll er immer aufmerksam, humorvoll und fürsorglich sein. In der Realität wirken männliche Bemühungen um ihre Partnerinnen aber oft so unsensibel, als würde man mit Gewehrschüssen auf eine Uhr deren innere Mechanik in Gang setzen wollen. Der Grund liegt jedoch nicht darin, dass ein Mann weniger zur Beziehungspflege befähigt sein würde, sondern er hat das Gefühl, seine Frau zu lieben und das gute Gewissen, dass es so sei, lässt ihn von besonderen Anstrengungen absehen.

Warum lieben wir Fingerfood? (BB Radio, 2022)



Die Handhabung von Besteck stellt bei Kleinkindern und in archaischen Zeiten und Kulturen nicht die favorisierte Form der Nahrungsaufnahme dar. Auch die christliche Kirche hatte im Mittelalter noch betont, dass Jesus seine Speisen mit den Fingern gegessen hätte. Jahrhundertelang führten wir bestenfalls als persönliche Ausrüstung kleine Löffel und Essmesser in Lederfutteralen mit uns, die wir an unsere Gürtel steckten, woraus sich übrigens das Wort "Besteck" ableitet. Tatsächlich sehnen wir uns aber nach Speisen, die vorausschauend in so mundgerechten Häppchen serviert werden, dass wir uns beim Essen wie die ersten Menschen fühlen können.

Warum finden wir Hinwege länger als Rückwege? (BB Radio, 2022)



Auf Hinwegen befinden wir uns in größerer Nervosität und eine Erwartungshaltung bezüglich des Zieles versetzt uns in Anspannung. Dadurch wird unser subjektives Zeitempfinden verlangsamt. Außerdem brechen wir bei unbekannten Reisezielen ja von unserem vertrauten Zuhause auf, dessen Umgebung wir noch mehrere Kilometer weit gut kennen. Deshalb bekommen wir erst viel später das Gefühl, jetzt erst richtig unterwegs zu sein, sodass sich die empfundene Fahrtzeit des Hinwegs verlängert. Auf dem Rückweg haben wir dann unser Zuhause fast schon erreicht, sobald auch nur im entferntesten unser Heimatort sichtbar wird.

Warum singen wir unter der Dusche? (BB Radio, 2022)



Der Akt des Duschens braucht nicht sang- und klanglos statt zu finden, sondern kann durch selbsterzeugte Töne flankiert werden. Das Rauschen des Wassers, die Akustik der Badfliesen und das trügerische Gefühl, nicht gehört zu werden, ermuntern uns zur Musikerzeugung. Auch wenn wir nur auf wenigen Tönen beharrend singen, oder wenn wir pfeifen, ohne ein Lied dabei zu meinen, nimmt unsere Entspannung zu. Wir geben unserem Atem eine kontrollierte Form und erweitern die Körperpflege um ein Element der Harmonie.

Warum brauchen wir manchmal Rat von Freunden? (BB Radio, 2022)



In unserer Psyche wälzen wir mitunter formlosen Stoff vor uns her oder sind außerstande, die Gedanken zu ordnen, die uns tausendfältig bestürmen. Dann ist Rat aus dem Freundeskreis Gold wert. Nicht immer sind wir nämlich in der Lage, Entscheidungen nur alleine zu treffen, sondern können und sollten auf die Lebenserfahrungen unserer Freunde zurückgreifen. Darin unterscheiden sie sich auch von professionellen Beratern, denn in der Beraterbranche geht oft der Rettungswagen dem Notruf voraus und die Lösungen sind da, bevor die Probleme nach ihnen verlangen.

Warum kuscheln wir gern? (BB Radio, 2022)



Eine Partnerschaft wirkt zuweilen wie eine Krücke, an der die Zärtlichkeit durch die Jahre hinkt. Wir Menschen lieben zarte Berührungen, da wir sofort entspannen können, wenn wir echte Zuwendung spüren und unsere Hautoberfläche nicht verteidigen müssen. Kuscheln stiftet seelische Nähe und lässt bei manchen auch weitergehende Fantasien in Schwung kommen. Allein die Tatsache, dass die Natur das Hormon Oxytocin vorgesehen hat, zeigt die Wichtigkeit dessen an, was den Männern die Illusion von Langlebigkeit einbringt und den Frauen die rosigen Wangen.

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