Beispiele für Medienreferenzen

Beiträge für einen BB-Radio-Podcast
im 1. Quartal 2022



Warum lieben wir Schnee? (04.01.2022)




Einige Menschen neigen ja zu Wintergrimm, wenn vor dem Fenster Schneeflocken stöbern. Dennoch lassen uns besonders die ersten Schneefälle nicht kalt. Selbst Wildtiere im Wald sind dann wegen der grellen Helligkeit zunächst scheu, aber wenig später toben bereits die Jungtiere im Schnee. Für uns Menschen besitzt eine Schneelandschaft nicht nur einem schönen Anblick, sondern alles läuft leiser und langsamer in ihr ab. Wir werden automatisch nachsichtiger zueinander und nehmen es gern zur Kenntnis, wenn über den Schnee ein Schlitten davon gleitet.


Warum lächeln wir uns zu? (05.01.2022)




Leben bedeutet oft Mehrkampf. Dennoch lächeln wir uns nicht nur dann zu, wenn wir dringende Flirt-Interessen haben. Mit einem Lächeln signalisieren wir uns nämlich, dass wir vorerst auf Kampf verzichten. Mitunter genügt ein Augenzwinkern, wenn wir darin viel schmeichelhafte Vertraulichkeit zu legen wissen. Lächeln meint Begütigung, sodass wir sogar eine eigene Verzweiflung beschwindeln können. Auch wenn Lächeln rasch abflacht und von unseren Gesichtern verschwindet, um einem besorgten Ausdruck Platz zu machen, suchen wir doch zumindest die Simulation eines freundlichen Miteinanders und wünschen uns, vom Licht eines Lächelns angestrahlt zu werden.


Warum finden wir Ratten nicht niedlich? (06.01.2022)




Wenn man Ratten genauer anschaut, sind dies eigentlich possierliche Tiere mit drolligen Gesichtszügen, großen schönen Augen, Stupsnase, niedlichen Ohren und putzigen Händchen. Dennoch mögen wir sie zumeist nicht, da sie sich als biologische Kulturfolger an die Nähe des Menschen zu gut angepasst haben, durch ihre Nagerzähne Materialschäden verursachen und als Vektoren auch Krankheitserreger wie Salmonellen und Hantaviren übertragen können. Auch unsere Lebensmittelvorräte und Müllcontainer sind für Ratten gefundenes Fressen. Im Gegenzug haben sie für uns als Laborratten aber immer so zuverlässig funktioniert, als hätte man sie mit Silizium gefüttert.


Warum sprechen wir weniger Dialekt als unsere Eltern? (07.01.2022)




Früher waren Dialekte die Ausweise für eine bestimmte Heimat. Man erlebte Fremde, die nicht nur anders klangen, sondern Gespräche hie und da auch mit vollkommen unverständlichen Redewendungen würzten. Heute empfinden jüngere Menschen Dialekte eher als provinziell und beruflich hinderlich. Dennoch bleibt uns der in unserer Herkunftsregion übliche Zungenschlag unbewusst bis ins Alter ein wenig anhänglich, wenngleich gemildert durch Ortswechsel. Spätestens wenn wir die in der Heimat Zurückgebliebenen besuchen, gelingt es uns wieder erstaunlich gut, mit Mundart unsere Rede über jede Stolperschwelle zu heben.


Warum entwickeln wir Telefonphobien? (10.01.2022)




Wir beobachten, dass immer mehr junge Erwachsene sich ängstigen, mit fremden Menschen ein Telefongespräch zu führen. Zum einen möchten sie nicht lästig fallen und jemanden aus der aktuellen Beschäftigung reißen. Ein Telefongespräch erzwingt ja eine sofortige Konversation, wohingegen eine Mail oder Sprachnachricht zurückhaltender und damit höflicher ist, weil das Gegenüber selbst entscheiden kann, zu welchem Zeitpunkt es darauf reagiert. Zum anderen fürchten viele, bei direkten Telefongesprächen ihr Anliegen vielleicht nicht präzise genug zum Ausdruck bringen zu können. Eine Mail oder Sprachnachricht können wir vor dem Abschicken ja korrigieren, wodurch sich einem Missverstehen besser vorbauen lässt.


Warum betrachten wir uns gern auf alten Fotos? (12.01.2022)




Das Alter setzt unserem Erinnern Barrieren. Fotos geben dann lückenhaft Erinnerungen preis. Sehen wir darauf uns selbst, können wir uns der Eitelkeit hingeben, dass wir es offenbar schon damals wert waren, fotografiert zu werden. Es werden dann Gedächtnisinhalte aufgewärmt, die den Schlag unseres Herzens zu schnellerem Takte befeuern. In der Regel erkennen wir mit den Aufnahmen von früher, dass wir bereits in jungen Jahren ganz die oder der Alte waren.


Warum kommt es besonders an Wochenenden zu Streits? (14.01.2022)




Man könnte sagen: Müßiggang ist aller Psychologie Anfang. Wenn wir nämlich keinen beruflichen Terminen nachgehen müssen und uns stattdessen ständig vor Augen haben, beginnen wir mit der Innenschau. Vornehmlich an Wochenenden und freien Tagen haben wir länger geschlafen, sattsam gegessen, der Gummizug unserer Hose hat schlapp gemacht und aus Überdruss wird es Zeit, die Streitaxt auszugraben. Viele Familien sind dann in ihrem Streit schon gut eingespielt.


Warum sind wir durch einzelne Lehrer geprägt? (17.01.2022)




Die Schule gibt zu tun, damit die Jugend nicht müßig liege. Solange uns der Ranzen anhängt und die Eltern uns der Schule zutreiben, ist sie der bestimmende Mittelpunkt des Lebens. Wir sehen uns dort Lehrern gegenüber, die in ihren Fächern mehr wissen als unsere Verwandten. Je nach ihrer Unterrichtsführung plaudern sie entweder weit über unseren Kopf hinweg oder sprechen angenehm leise und unverständlich. Wir sind jedoch durch diejenigen Lehrer beeindruckt, die für ihr Fach brennen und einen Teil dieses Feuers auf uns abstrahlen. Die Prägung erfolgt also durch Energieübertragung und wirkt auch dann noch fort, wenn wir den Schulbesuch bereits endgültig eingestellt haben.

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