Beispiele für Medienreferenzen

Beiträge für einen BB-Radio-Podcast
im 3. Quartal 2021



Warum "liken" wir im Internet? (01.07.2021)




Mit den sozialen Medien haben Selbstdarstellungen von Persönlichkeit und gesellschaftlichen Rollen deutlich an Kontur gewonnen. Dabei wirkt das Internet wie ein Outlet-Store für Meinungswaren. Allein schon etwas zu "liken", wird zu einem Instrument der Selbstpräsentation. Wir geben dadurch kund, wie unser Geschmack verläuft. Das "Liken" wird also bereits als Form der sozialen Teilhabe angesehen. Wir sammeln uns hier um digitale Lagerfeuer.


Warum achten wir auf die Schuhe unseres Gegenübers? (02.07.2021)




Interessanterweise erlauben uns Schuhe einige Rückschlüsse auf die Person. Sie zeigen uns das Milieu, in dem sich der Träger verankert wissen möchte. Sind die Schuhe sehr klassisch oder von ländlichem Zuschnitt, wird ein konservativer Ton gesetzt. Sportschuhe hingegen begünstigen eine tänzerische Beweglichkeit und beschwören ein Bild von gewünschter Jugendfrische. Trägt jemand schadhaftes Schuhwerk, wird dadurch die Sympathie gegenüber verarmten Schichten der Gesellschaft nicht unkenntlich gemacht.


Warum bekommen wir gute Laune, wenn die Sonne scheint? (05.07.2021)




Durch helles Sonnenlicht wird die Produktion des uns müde machenden Hormons Melatonin gestoppt und stattdessen kommt unsere Vitamin-D-Synthese in die Gänge. Dadurch werden wir aus dem Darkroom unseres Gemütes gelockt und unseren wogenden Gefühlen wird eine heitere Farbspur beigemischt. Sowohl physikalisch als auch psychologisch gilt: Wenn man sich zur Sonne wendet, fallen die Schatten nach hinten.


Warum sind wir kreativ? (06.07.2021)




Wenn heute von "Kreativen" die Rede ist, denkt man meistens an Werbeagenturen. Dabei ist eigentlich die Kreativität von uns allen schwerelos, denn der menschliche Geist muss sich an verschiedenste Umweltbedingungen anpassen, indem er gesetzte Rahmen sprengt und dadurch immer wieder neue Lösungen findet. Die Flugtauglichkeit des Besens unserer Fantasie hat sich bewiesen. Hier noch ein Hinweis für fortgeschrittene Profis: Die Launen von Kreativen bekommen ein Upgrading, wenn sie sich als Obsessionen ausgeben.


Warum fahren wir gern mit Booten? (07.07.2021)




Das Gleiten über Wasser löst in uns Bedächtigkeit aus. Wir werden vielleicht unbewusst an die Zeit im Mutterleib erinnert, als wir im Fruchtwasserfrieden schwebten. Zudem fasziniert uns der Erfindungsreichtum des menschlichen Geistes, uns Landsäugetieren zu ermöglichen, selbst auf dem Meer seetüchtig zu kreuzen. Zumindest die Angeber unter uns können inzwischen Knoten schlagen und dichtholen. Das Belegen einer Klampe, das Aufschießen einer Leine geht uns von der Hand. Wir können die Betonnung des Fahrwassers lesen und seemännisch Kurs nehmen.


Warum machen wir uns Geschenke? (08.07.2021)




Durch Geschenke möchten wir einander eine Freude machen oder uns wechselseitig gewogen halten. Mit dem Erhalt eines Geschenkes wächst im Empfänger nämlich eine innere Unruhe, die zu einem Ausgleich durch eine Gegengabe strebt. Dies funktioniert sogar bei völlig nutzlosen Präsenten, die man Staatsmännern macht. Gern schickt man hier ein Mädchen und einen Junge in Tracht vor, die sich verbeugen, knicksen und dem Präsidenten sinnreiche Geschenke überreichen: einen Tannensetzling, einen Korb voller Eicheln, ein altglänzendes Waldhorn.


Warum glauben wir, die Zeit würde immer schneller vergehen? (09.07.2021)




Mit zunehmendem Lebensalter gibt es immer weniger Wellenschlag aus der Ereignissphäre. Das heißt, wir erleben weniger Aufregendes und segeln überwiegend unter sanftem Wind. Da unser Gehirn keine Veranlassung sieht, gleichförmigen Abläufen viel Aufmerksamkeit zu schenken und neu abzuspeichern, haben wir das Gefühl von vorbeifliegenden Jahren. Mitunter setzt dann sogar ein allmähliches Vergessen ein. Es gehört also zur Ironie des Älterwerdens, dass man sich fragt, wie viel Vergangenheit einem noch bleibt.


Warum haben wir Fernweh? (12.07.2021)




Empfinden wir unsere Lebenswelt als gleichförmig, träumen wir von neuen Inspirationen in der Ferne. Wer sich reiselustig gibt, kann sich später in Anekdoten aus kreuzqueren Reisen auslassen. Uns beflügelt demnach der Wunsch nach Erfahrungen einer bisher nicht gekannten Natur und ihrer Bewohner. Wenn wir uns mit Reiseplänen tragen, wollen wir also besonders gründlich unserem engen Alltag entfliehen.


Warum schminken sich viele? (13.07.2021)




Bereits in früheren Kulturen versuchten Menschen, ihre Gesicht mit allerlei Mitteln aufzufrischen. War ein Mund geräumig geschminkt, sollte dadurch eine Sinnlichkeit betont oder ein erotisches Signal ausgesendet werden. Allerdings wurde und wird von Frauen oft übersehen, dass viele Männer eher Natürlichkeit bevorzugen. Beispielsweise werden durch roten Lippenstift ja leider die roten Lippen verdeckt. Falls wir gar einmal eine gespenstisch aufgeputzte Greisin sehen, sollten wir als Gegenentwurf uns selbst sagen: Ich altere in Schönheit.


Warum können wir Schweigen nur schwer ertragen? (14.07.2021)




Wir Menschen sind kommunikative Wesen und für Stille fehlt es uns an Gehör. Sind wir zusammen und jeder schweigt etwas anderes, werden wir nervös, denn wir werten dann das Schweigen oft als Ablehnung unserer Person und möchten natürlich auch unserem Gegenüber signalisieren, dass wir uns für seine Belange interessieren. Damit der Andere gar nicht erst auf kritische Gedanken kommt, versuchen wir sicherheitshalber, die Stille knapp zu halten und Konversationen nicht abreißen zu lassen.


Warum lehnen wir als Teenager unsere Eltern ab? (15.07.2021)




Im Regelfall haben die Eltern uns mit den notwendigen Waffen für den Lebenskampf gerüstet. Gleichwohl empfinden wir als Teenager unsere Altersphase als besonders krisenhaft und haben damit Recht wegen gleichzeitiger Belastungen in Schule, Berufsfindung, Geschlechtlichkeit und sozialer Gruppe. In der Regel verfehlen wir dann nicht, einen kausalen Nexus zwischen unserer Kindheit und unserem desperaten Leiden herzustellen. Das heißt, wir machen die Lebensweise in unserem Elternhaus mitverantwortlich für unsere aktuelle Unzufriedenheit und versuchen dann maximale Abgrenzung.


Warum trinken wir Alkohol? (16.07.2021)




Obwohl es sich ja um ein Nervengift handelt, greifen viele Menschen gern zur Flasche. Wir werden durch Alkohol enthemmt und das Gesicht unseres Gegenübers kommt uns dann irgendwie symmetrischer vor. Manche sind überzeugt, sie bräuchten den Alkohol zur Erhaltung und Erneuerung ihrer Spannkraft, an die starke Ansprüche gestellt sind. Allerdings kenne ich als Psychologe auch sozial schwache Milieus, in denen Frauen trinken, um zu ertragen, dass ihre trinkenden Männer sie verprügeln. Und die Männer schlagen ihre Frauen mit der Begründung, diese würden zu viel trinken. Sobald Alkohol also Aggressivität fördert, lässt man besser die Finger davon.


Warum verlieben wir uns? (19.07.2021)




Ungeachtet romantischer Vorstellungen, ist Verlieben vermutlich kaum mehr als das Bemühen, zu zweit ein Fleisch zu werden. Menschen sind zwar durchaus in der Lage, die sich immerfort erneuernde Lust vorübergehend mit schneller Hand abzutöten. Jedoch versprechen wir uns gesteigerte Freuden, wenn wir eine Pilgerfahrt zur Insel der Liebe unternehmen. Nüchtern betrachtet, bedeutet Verliebtsein bei den meisten Menschen letztlich nichts anderes, als dass ein anderer Mensch in unsere erotische Schusslinie geraten ist.


Warum haben wir Heimweh? (20.07.2021)




Aus Sehnsucht nach Zuhause können wir in der Ferne unter Melancholie und Abzehrung leiden. Dabei richtet sich Heimweh vor allem auf verlorene Gemeinschaften, weshalb sie bei Kindern fern vom Elternhaus stärker wirkt als unter erwachsenen Migranten, die sich oft bereits als ganze Gruppe ohne Stocken von ihrer Heimat losgesagt haben. Hinzu kommt, dass wir alles nach der Elle unserer Herkunftsregion vermessen, denn jede deutsche Stadt fühlt sich als ein Kulturzentrum von historischer Eigenwürde.


Warum verbringen wir Familienfeste mit Essen? (21.07.2021)




Bei Familienfesten werden Mahlzeiten rasch verabfolgt. Mit dem Thema Essen glauben wir den kleinsten gemeinsamen Familiennenner gefunden zu haben. Solange wir essen und trinken, können wir jeder vernünftigen Unterhaltung aus dem Weg gehen. Auch wenn wir soeben erst mit Mühe ein weiteres Gericht in unserem Magen verstaut haben, rückt doch stets bald die nächste Mahlzeit heran. Denn sobald wir ganz im Kauen verloren sind, blicken wir mit größerer Milde aufeinander und glänzen pausbäckig-gesund.


Warum setzen wir Erziehungstipps nicht um? (22.07.2021)




Obwohl uns Erziehungstipps oft den Rat geben, mit Strenge unsere Kinder zurück zu pfeifen, können wir uns dennoch nicht dazu überwinden. Auch wenn ein Kind die Erde nach Feldmäusen durchwühlt zu haben scheint, schrecken wir davor zurück, unser Verhältnis zu ihm durch Sanktionen zu gefährden. Unsere Töchter und Söhne haben ja mit beiden Händen Zutrauen zu uns gefasst. Und im Zweifel siegt gegenüber Kindern, die wir selbst ins Leben gerufen haben, immer unsere Liebe.


Warum mögen wir Gartenarbeit? (23.07.2021)




Machen wir uns in einem Garten zu schaffen, gehen wir in Verbindung zu Mutter Erde. Wir nehmen Fühlung auf zu den Pflanzen, die sie hervorbringt und können ihr Gedeihen als Frucht unserer Fürsorge interpretieren. Unser Fleiß vermag Unkraut zu tilgen und Wiesen abzuschlagen. Dennoch ist in manchen Gärten der größte Schädling der Gärtner. Dies ist dann der Fall, wenn es an Demut vor der Natur fehlt. Besitzen wir sie jedoch, dürfen wir nach getaner Arbeit auch faul entspannen und wir liegen, von Mücken gestochen, vom Vieh schon berochen, im Klee.


Warum möchten wir nicht auf Kaffee verzichten? (26.07.2021)




Viele sind sich einig, dass nur durch Kaffee ein guter Tag Fahrt aufnehmen kann. Tatsächlich verdrängt dessen Koffein in unserem Gehirn den müde machenden Botenstoff Adenosin von den Nervenzellrezeptoren. Dadurch wird unsere Konzentration gefördert sowie Antrieb und Stimmung gehoben. Hinzu kommt der schöne Entspannungsmoment einer uns zustehenden Kaffeepause. Zugleich sieht man sich durch eine Kaffeemaschine instand gesetzt, jederzeit eine bescheidene Gastlichkeit üben zu können.


Warum gehen manche zum Schönheits-Chirurgen? (27.07.2021)




In der Regel hat man sich selber jünger in Erinnerung. Gewinnen wir den Eindruck, dass sich im sichtbaren Bereich unseres Körpers nicht alles mehr in bester Ordnung befindet, legen sich manche unter das schönheitschirurgische Messer. So können wir neunzig Jahre alt werden, während einige Teile von uns wesentlich jünger sind. Wir wollen den Anschein erwecken, noch immer freudig bei Kräften zu sein. Allerdings hört man selten einen Satz wie: "21 Schönheitsoperationen halfen ihr, sich endlich so zu akzeptieren, wie sie ist."


Warum spielen wir? (28.07.2021)




Spielen ist ein Naturtrieb, durch den wirklichkeitsfremde Wünsche erfüllt werden können. Beispielsweise besitzen wir in Computerspielen einzigartige Kräfte und Fähigkeiten. Zweitens üben jüngere Artgenossen das Leben der Erwachsenen. So erwerben schon Tierkinder durch das Spielen Fertigkeiten für das Überleben in der Wildnis wie Anschleichen, Jagen, Kämpfen und Entkommen vor Fressfeinden. Drittens führt das Aufgehen in einem Spiel zu einer Selbstvergessenheit, welche Alltagsfrust kompensiert und Langeweile vertreibt. Deshalb ließen bereits frühere Generationen den Würfelbecher von Hand zu Hand gehen.


Warum verändert sich unser Schlafverhalten? (29.07.2021)




Grundsätzlich unterscheidet man in der Chronobiologie zwischen frühaufstehenden Lerchen und spätaufstehenden Eulen. Jedoch rückt unser Schlafrhythmus mit dem Älterwerden nach vorn und durch reduzierte körperliche Betätigung nimmt das Schlafbedürfnis insgesamt ab. Kam es in jungen Jahren also vor, dass wir gegen 11.30 Uhr morgens aus dem Schlaf hochgeschreckt sind, können wir später sogar mittags, kaum dass unser Kopf das Kissen berührt, in einen gründlichen Schlaf fallen. Zuweilen werden wir sogar früher wach als wir Schlaf finden.


Warum streben wir ins Weltall? (30.07.2021)




Die Erde ist der bewölkte Planet. Aus psychologischer Perspektive interpretieren wir die Sterne nicht als leuchtende Körper, sondern als Löcher im Mantel der Nacht, durch die das Licht einer anderen Welt in das von uns bewohnte Dunkel einstrahlt. Das heißt, wir versprechen uns ungekannte Erfahrungen außerhalb unserer Sphäre. Bislang sind wir im Weltraum noch recht unbewandert und wenn durch Wolkenlücken der Nachthimmel sternt, sehen wir vorerst dort bestenfalls unsere eigenen zivilen und militärischen Satelliten, die uns fürsorglich umkreisen.


Warum sind wir unaufrichtig? (02.08.2021)




Man muss unterscheiden zwischen den kleinen Alltagslügen wie bei der Antwort auf die Frage nach dem Wohlbefinden und systematischen Unaufrichtigkeiten, die letztlich immer dem Eigennutz dienen. Wenn man genauer darüber nachdenkt, wird eigentlich in nahezu allen Lebensbereichen zwischen 9.00 Uhr und 17.00 Uhr nie ganz die Wahrheit gesagt. Phasen größerer Aufrichtigkeit gibt es davor und danach. Der große Vorteil des Ehrlichseins ist, dass wir uns nicht merken müssen, wem wir welche Lüge erzählt haben.


Warum fällt es uns schwer, mit Fremden ins Gespräch zu kommen? (03.08.2021)




Wir Deutsche gelten gemeinhin als spröde und für Smalltalk nicht durchweg zugänglich. In gewisser Weise ist dies auch ein Ausdruck unserer disziplinierten Höflichkeit, da wir niemandem lästig fallen wollen. Hinzu kommt, dass der deutsche Humor nicht auf den festesten Füßen steht und damit der Zugang zu Lockerheit erschwert ist. Selbst unter Nachbarn richten wir oft nur einige formelhafte Fragen an einander, erkundigen uns nach Gesundheit und Familie und nehmen die Antworten mit dem lebhaften Kopfnicken scheinbar sachlicher Beteiligung entgegen.


Warum legen wir alte Fehler nicht ab? (04.08.2021)




Wir alle haben im Laufe des Lebens fast nichts an unserer Fehlerhaftigkeit eingebüßt. Der Grund liegt darin, dass wir nur dasjenige wirklich ändern, was überhaupt nicht mehr funktioniert. Nur echte Not bewirkt Wandel. Kommen wir hingegen mit unseren alten Fehlern weiter durch, sparen wir Energie, indem wir unbeirrbar bleiben wie ein Knochenfisch, der in den Verliesen der Tiefsee allen Versuchungen durch Evolution widerstanden hat.


Warum sind wir höflich zueinander? (05.08.2021)




Wir üben uns in Höflichkeit, um uns einander gewogen zu halten und dem Anderen zu signalisieren, dass man auf offenen Kampf gegen ihn verzichtet. Sie ist auch ein Ausdruck der verbalen Fellpflege. Denn durch höfliche Floskeln wertschätzen wir einander und markieren unsere Bereitschaft, gesellschaftliche Spielregeln zu akzeptieren. Auf verhaltenspsychologischer Ebene bedeutet Höflichkeit einfach, den Ton zu senken. Alles übrige folgt aus dem Leisewerden.


Warum streiten Menschen vor Gericht? (06.08.2021)




Natürlich ist es gut, dass wir in einem Rechtsstaat die uns zustehenden Ansprüche notfalls einklagen können. Dennoch bedeutet ein Rechtsstreit letztlich eine Kapitulation vor unseren natürlichen Konfliktlösungsfähigkeiten. Haben wir uns ineinander verbissen, übertragen wir quasi einer dritten Person in Gestalt eines Richters, der uns persönlich nicht kennt, die Hoheit, über uns ein Urteil zu fällen. Steht uns hier ein Anwalt zur Seite, lebt er vom Streitwert; ihm ist Streit also viel wert. Aus psychologischem Winkel ist das Amtsgericht demnach eine Stätte ausgeklügelter Rechthaberei.


Warum schlafen wir? (09.08.2021)




Dass die gütige Natur den Schlaf bereithält, ist ein dankenswerter Umstand. Denn abgesehen von hirnorganischen Aktivitäten besitzt er eine evolutionäre Funktion. Körperliche Ruhigstellung ist nämlich im Tierreich ein Selektionsvorteil, wenn man sich vor Verfolgern schützen muss. Schlafen ist hier eine sinnvolle Überlebensstrategie in der Dunkelheit, wenn vielfältige Gefahren lauern. Nur durch Einschlafen lässt sich dann stundenlang inaktiv und ruhig an einem geschützten Ort verharren. Womöglich schützt auch uns Menschen das Schlafen davor, zu viel Quatsch zu machen oder unsere Gedankenkreise heiß laufen zu lassen.


Warum lieben wir Serien? (10.08.2021)




Die meisten Menschen entscheiden sich statt eines Engagements lieber für ein Abonnement. Haben wir uns dann einmal zur monatlichen Entrichtung des Streamingpreises durchgerungen, möchten wir ihn gut ausnutzen. Eine Serie bietet hier viele Stunden. Aber im Gegensatz zu Filmen, die eine Handlung auf einen Höhepunkt hin aufbauen, wird in Serien eine Geschichte einfach immer weiter erzählt. Sie erscheint uns damit authentischer und wir sind eher bereit, darin Parallelen zu unserem eigenen Leben zu sehen. Zudem spiegeln Serien den aktuellen Zeitgeist einer Kultur. In arabischen Liebesfilmen und Tele-Novelas scheinen beispielsweise die Araberinnen im Bett doppelt so viel anzuhaben wie westliche Frauen auf der Straße.


Warum schlägt uns schlechtes Wetter auf das Gemüt? (11.08.2021)




Trübes Wetter zwingt uns, im seelischen Innendienst zu arbeiten. Solange nur ein spärlicher Regen den Schauplatz unseres Lebens netzt, mag es hingehen. Bleibt die Wetterlage jedoch konstant schlecht, beginnen wir uns ebenfalls einzutrüben. Die Vitamin-D-Synthese ist eingeschränkt, die Melatoninproduktion läuft und schlechtes Wetter lässt uns zögern, schöne Plätze außerhalb unserer Wohnung aufzusuchen. Wird die mystische Übereinstimmung mit allem zu groß, sagt man innerlich nicht mehr "es regnet", sondern "ich regne".


Warum finden wir Sicherheitskontrollen unangenehm? (12.08.2021)




Niemand lässt sich gern durchleuchten. Denn es misshagt uns, fremden Menschen Einblick in persönlichen Gegenstände und unsere unmittelbare Körpernähe zu gewähren. Außerdem sind wir von Sicherheitskontrollen nicht restlos überzeugt. Sie wirken nämlich oft wie Eulenspiegeleien, wenn beispielsweise Security-Mitarbeiter an Flughäfen wie bezahlte Schelme so tun müssen als glaubten sie im Ernst, dass eine nach Rosen duftende halbvolle Handcremedose eine Flüssigbombe sein könnte. Noch ärgerlicher wird es, wenn diese dann zur Verbesserung der Flugsicherheit vom Gepäck in die Security-Tonne wandert.


Warum halten Politiker ihre Reden mit schreiender Stimme? (13.08.2021)




Politiker halten ihre Reden oft als müsse ein Machtwort gesprochen werden. Der Grund für ihre gehobene Stimme liegt in der Überschätzung der eigenen Bedeutsamkeit. Denn Politiker meinen, sie seien Traktoren, welche Millionen widerwillige Landsleute hinter sich über den Acker schleppen. Außerdem sollen durch schreiende Stimmlagen die eigenen Parteigänger mitgerissen und die Gegner eingeschüchtert werden. Es ist übrigens erstaunlich, von wie knappen Vorräten an fertigen Sätzen man in der Politik leben kann. Diese immer gleichen programmatischen Sätze werden bis zur Besinnungslosigkeit wiederholt und sollen durch eine laute Stimme wenigstens unterstrichen werden.


Warum interessieren wir uns für Adlige und Monarchen? (17.08.2021)




Nicht wenige Angehörige des europäischen Hochadels weigern sich hartnäckig, ausgestorben zu sein. Es existieren noch zwölf Monarchien in Europa, die mit ausführlichen Berichten über gegenseitige Besuche bedacht werden. Dabei interessieren sich die Adligen und Monarchen für weite Teile der Bevölkerung weit weniger als wir uns für sie interessieren. Sie repräsentieren nämlich für uns eine gute alte Zeit und sind Projektionsflächen unserer Fantasien eines Lebens in Reichtum und Familienzusammenhalt. Aber auch lange Stammbäume lassen sich entblättern.


Warum haben wir Angst vor Spinnen und Schlangen? (20.08.2021)




Im Garten unserer Seele sprießen Ängste wie Unkraut. Oftmals fürchten wir uns vor dem, was bereits unsere Eltern ängstigte oder was sich in unserer Stammesgeschichte als potenziell gefährlich erwiesen hat. Außerdem irritiert bei Spinnen und Schlangen die völlig fremde und für uns schlecht vorhersagbare Fortbewegung. So können Spinnen ihre acht Beine unabhängig voneinander bewegen. Und Schlangen können eben nicht nur über den Boden schlängeln, sondern durch kräftige Muskeln ihren vorderen Körper heben. Das beste Mittel gegen alle Ängste ist übrigens die Gleichgültigkeit.


Warum unterliegen wir Täuschungen? (24.08.2021)




Dem Menschenverstand macht man oft das unverdiente Kompliment, ihn den "gesunden" zu nennen. In Wirklichkeit ist er jedoch ausgesprochen bequem und zieht für gewöhnlich nur das in Erwägung, was schnellen Einordnungen sowie Mustererkennungen dient. Wir meinen dann, es verstanden zu haben, womit das Täuschungsrisiko steigt. Sogar unsere wissenschaftlichen Theorien sind oft Übereilungen eines ungeduldigen Verstandes, der die Phänomene innerlich gern loswerden möchte.


Warum vergessen wir wichtige Termine? (30.08.2021)




Die Psychoanalyse will wissen, dass es sogenannte Fehlleistungen gibt, die auf unbewusster Ebene durchaus Sinn stiften. Auch beim vorübergehenden Vergessen manifestieren sich demnach unbewusste Regungen. Das heißt, wir vergessen beispielsweise diejenigen Termine, die wir im tiefsten Herzen unangenehm finden und eigentlich nicht wahrnehmen möchten. Beispielsweise gibt es Menschen, die staatlich-amtlichen Dingen nur geringe Aufmerksamkeit zu schenken gewohnt sind. Aus innerer Abwehr üben sie dann, alle Vorsicht vergessend, in diesen Dingen eine gewisse Nachlässigkeit.


Warum leben wir ungern mit Schulden? (31.08.2021)




Wer mit Schulden stirbt, hat Gewinn gemacht. Solange wir jedoch leben, ist ein Gläubiger im Nacken ein ständiger Unruheherd. Wir fühlen uns unfrei, da wir Unangenehmes vom Tisch haben möchten und es uns ein befriedigendes Gefühl gibt, quitt zu sein. Demgegenüber werden in der Kreditwerbung spontane Wünsche mit einer Legitimationskraft ausgestattet als seien sie hinzunehmende Naturereignisse. Aber hier gilt die Daumenregel: Hast du einen 30.000-Euro-Kredit, gehörst du der Bank. Hast du einen 300-Millionen-Euro-Kredit, gehört die Bank dir.


Warum träumen wir? (01.09.2021)




Sigmund Freud meinte, in unseren Träumen sprächen sich unbewusste Wünsche aus. Beispielsweise wird eine Person, die unsere Liebe im realen Leben nicht erwidert, uns in Träumen fasslich. Wissenschaftliche Forschung sieht im Traum eher eine emotionale Verarbeitung von Erlebtem oder eine virtuelle Realität, in der wir Verhaltensmuster durchspielen und einüben können. Vielleicht sind Träume aber auch nur zufällige Verknüpfungen von Erinnerungen. Was wir irgendwo schon einmal gesehen haben, wird miteinander kombiniert, auch Monster oder die Fähigkeit zum Fliegen. Demnach kommt uns in Träumen nicht wirklich Neuland in Sicht.


Warum halten wir gute Vorsätze schlecht durch? (02.09.2021)




Wir sehen uns gern mit fanatischen Vorsätzen in den Augen. Allerdings lässt unser Durchhaltevermögen dann zu wünschen übrig. Der Grund liegt darin, dass es uns Menschen vergleichsweise wenig Mühe kostet, Pläne zu schmieden, jedoch erweist sich deren Umsetzung oft als zäh und wir suchen dann Abrückung durch einen neuen Fokus. Grundsätzlich ist es im Leben viel wichtiger, in den Teller hinein zu schauen als immer nur über den Tellerrand hinaus.


Warum sind wir oft unzufrieden? (03.09.2021)




Menschen sind oft unzufrieden, weil sie gedankenverloren sind. Wir verlieren die Konzentration auf das Schöne im Leben, wenn wir Wünschen oder Verlusten nachhängen, wenn wir Liebe missen oder Rache suchen, oder wenn wir unschlüssig sind zwischen Böse und Gut. Hier hilft es, dem uns Gegebenen zuzustimmen. Innere Ruhe heißt: Pulsieren mit der Erde.


Warum lieben wir Rabatt-Aktionen? (06.09.2021)




Wir Menschen sind biologische Beutegreifer und lauern wie andere Raubtiere auf Beute. Jedoch reißt ein Löwe nicht die allerfitteste Antilope aus der Herde, sondern die leichter zu erlegene langsamste. Nach dem gleichen Muster springen wir bei Sonderangeboten an. Sobald sich uns eine Möglichkeit zum Sparen bietet, glauben wir uns im Vorteil gegenüber unseren Artgenossen und meinen diese ressourcenschonende Gelegenheit beim Schopfe packen zu müssen. Hier kommen also alte evolutionäre Module ins Spiel, die durch geeignete Auslöser auch heute noch anspringen.




Warum fällt uns das Bewahren von Geheimnissen schwer? (07.09.2021)




Wer Interessantes zu berichten hat, wird von anderen wohlwollend wahrgenommen. Der Reiz des Geheimnisverrats besteht also darin, bei mehreren Menschen Gehör zu finden und deren Neugier zu befriedigen, wohingegen das Bewahren von Geheimnissen nur die Bindung zum Anvertrauenden stärkt. Die Kenntnis einer Versuchung schützt uns nicht davor, ihr zu erliegen. Nicht jeder besitzt hier die Kraft, sie innerlich niederzukämpfen.


Warum tanzen wir? (08.09.2021)




Musik ist tänzerisch zu den Muskeln redend. Wird uns ein Rhythmus vorgegeben, brauchen wir nur in ihn hinein zu gehen, um unseren Körper als harmonische Ganzheit zu erleben. Das heißt, Tanzen erfasst unseren gesamten Körper und lässt ihn uns als Einheit wahrnehmen. Hat uns eine Musik tanzlustig gestimmt, können wir uns selbstvergessen bewegen. Deshalb findet sich in jeder noch so archaischen Kultur wenigstens ein stampfender Rundtanz.


Warum fällt uns Zusammenarbeit manchmal schwer? (09.09.2021)




Wir leben in einer Zeit wachsender individueller Unabhängigkeit und schwindender kollektiver Verpflichtungen. Deshalb bereitet es uns zunehmend Mühe, jenseits von Individualinteressen die Bedürfnisse einer Gruppe wahrzunehmen. Je mehr Akteure dann in einem Ereignisraum agieren, desto höher steigt die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen. Allen holistischen Suggestionen zum Trotz, existieren wir nämlich für gewöhnlich aneinander vorbei. Aus simultanem Dasein entsteht noch kein System, sondern zunächst nur ein Feld von Koexistenzen mit chaotischen Merkmalen.


Warum sind uns unsere Haare wichtig? (10.09.2021)




Unsere Haare erscheinen wie kleine Antennen, die ein Frisur-Signal an unsere Mitmenschen aussenden. Im Gegensatz zum Fell anderer Säugetiere bleibt uns quasi nur die Kopfbehaarung, um Eindruck zu machen. Eine gepflegte Frisur möchte Gesundheit und einen gewissen Wohlstand zeigen. Wenn junge Frauen ihr Haar hochstecken, wirkt dies unternehmungslustig. Aber auch alte Männer beleben noch mit einer Bürste ihren Haarkranz um die stets mit Glanzlichtern versehene Glatze.


Warum glauben wir an die große Liebe? (14.09.2021)




Die ganz große Liebe ist für viele Menschen nur ein Gegenstand der Einbildungskraft, nicht der Erfahrung. Das macht aber nichts, denn auch eine mittelgroße oder kleine Liebe hält Glück bereit. Allein schon der Glaube an die perfekte Ergänzung für uns macht offenherziger. Es existiert ein urmenschliches Bedürfnis nach Auflösung unserer persönlichen Grenzen und nach seelischer Hingabe. Hat die Liebe einen Knochen geworfen, empfinden wir mit Herzklopfen etwas von dem machtvollen Versprechen des Lebens.


Warum sind wir an der Supermarktkasse ungeduldig? (15.09.2021)




Als moderne Menschen sind wir es gewohnt, Zeit effektiv zu nutzen. An der Supermarktkasse fühlen wir uns jedoch untätig allen Stockungen ausgeliefert. Gleichzeitig sind wir der Auffassung, es lohne sich jetzt nicht, das Handy heraus zu holen. In diesem Gedanken herrscht aber zu wenig Folgerichtigkeit. Wenn uns treibende Ungeduld erfüllt, können wir durchaus zum Smartphone oder sogar zum mitgeführten Buch greifen, damit uns der Faden nicht reißt.


Warum fasziniert uns Eleganz? (16.09.2021)




Die Schönheit von Menschen wird nicht allein durch deren körperliche Beschaffenheit und geschmackvolle Kleidung bestimmt, sondern zugleich auch durch Geschmeidigkeit in den Bewegungen, durch Anmut und Gewandtheit und durch ungezwungene Leichtigkeit. Wir nennen all dies dann Eleganz und sehen sie gern, da sie den Eindruck des Wohlgefälligen macht und Ausdruck formvollendeter Kultiviertheit ist. Allerdings darf natürlich nicht dergestalt übertrieben werden, dass jemand blasiert den Fuß aufsetzt wie bei einem Menuett.


Warum haben wir Furcht vor Wohnungseinbrüchen? (17.09.2021)




Unser Zuhause ist quasi das Kokon unseres Körpers. Deshalb empfinden wir fremdes Eindringen wie eine Verletzung unserer privaten Intimsphäre. Für Einbrecherbanden hingegen erscheint Westeuropa wie das offene Meer, auf dem den Piraten gehört, was ihnen in die Hände fällt. So gesehen sind Einbrecher die Vertreter einer uralten archaischen Ökonomie, in der es ein Primat der Aneignung gegenüber der Produktion gab. Über Jahrhunderte hinweg blieben sie Jäger und Sammler, die sich der feudalen Versklavung ebenso entzogen haben wie der Domestikation durch den kapitalistischen Arbeitsvertrag.


Warum glauben wir immer, Recht zu haben? (20.09.2021)




In der Psychologie sprechen wir vom sogenannten Motivated Reasoning. Dahinter verbirgt sich der Effekt, dass unser Denken unbewusst immer zu demjenigen Ziel gelenkt wird, das emotional für uns wünschenswerter ist. Wir üben uns also ständig im Zurechtsehen unserer Welt und suchen am liebsten nach Bestätigungen unserer Vorannahmen. Am Ende geben wir uns selber in allen Punkten recht.


Warum empfinden wir Glück? (21.09.2021)




Das ganze Leben ist letztlich ein Haschen nach Wind. Haben wir ihn unter unseren Flügeln, sorgen ausgeschüttete Hormone für Auftrieb. Das heißt, Glücksgefühle besitzen die evolutionäre Funktion, unsere Motivation für das Weiterleben zu steigern. Bekanntlich macht aber Glück das an Höhe wett, was ihm an Länge fehlt. Wir benötigen also keinen Zustand, in dem die innere Drogenproduktion so stabil ist, dass wir unter allen Umständen in einer dauerhaft wohligen Verfassung bleiben. Kurze, aber schöne Glücksmomente genügen.


Warum benutzen wir Beauty-Produkte? (22.09.2021)




Die eigene Schönheit lassen wir uns angelegen sein. Auch auf diesem Feld werden wir Menschen zu Stoffwechselmaximierern auf breiter Front. Von Beauty-Produkten versprechen wir uns einerseits ein junges, sorgenfreies Aussehen. Wir möchten andere damit beeindrucken, dass unser Äußeres eine ausdauernde Jugendlichkeit besitzt. Andererseits meinen wir auch uns selbst etwas Gutes zu tun, indem wir uns wohler in unserer Haut fühlen. Selbstfürsorge ist verwandt mit den schönen Seelen, die beim abendlichen Entspannungsbad farbige Teelichter auf den Rand der Badewanne stellen.


Warum lassen wir uns durch Kleinigkeiten provozieren? (23.09.2021)




Wir fühlen uns provoziert, wenn wir etwas als absichtsvollen Angriff gegen unsere Person auffassen. Wir wissen dann nicht, ob wir dies hinnehmen oder uns verteidigen oder einen Gegenangriff starten sollen. In der Hingabe an unsere Gefühle stürzt sich das Ich von der Klippe in die Tiefe, aber es gibt keinen Boden, an dem es zerschellen könnte. In diesen wie anderen Fällen negativer Emotionalität stellt sich die psychologische Denkaufgabe, einen Standpunkt zu finden, von dem aus die zerklüfteten Felsformationen des Lebens wie eine glatte Oberfläche aussehen.


Warum fällt es uns schwer, Diät zu halten? (24.09.2021)




Gerade wir Deutsche stehen insgesamt der Kartoffel nah - handlich, knollig und fest im Fleisch. Sobald wir aber einen allzu geräumigen Schatten werfen, erlegen wir uns selbst Diäten auf. Die Natur hat jedoch das Essen nicht nur zur Energieaufnahme vorgesehen, sondern auch zu Betäubung und Genuss und Selbstverwöhnung. Eine Diät zu halten, verlangt uns also quasi eine widernatürliche Disziplin ab, die nicht jeder aufbringt. Am Ende sind wir - wie eh und je - von etwas dicklicher Beschaffenheit.


Warum möchten wir, dass unser Partner mehr mit uns redet? (28.09.2021)




Oftmals schweigt in Partnerschaften jeder etwas anderes. Wir mühen uns daher, seelisch beieinander anzuklopfen, wie wenn man ein schlafendes Reptil im Terrarium zu einem Lebenszeichen herausfordern wollte. Dahinter steckt unser Wunsch, die in uns aufgeschütteten Wörterhalden abzubauen oder dem Partner gegenüber unser Sorgenpaket aufzuschnüren. Wir wünschen uns Austausch und gemeinsame Reflexionen, da es sich dabei um verbale Fellpflege handelt.


Warum bringt uns schlechter Service auf die Palme? (29.09.2021)




Mitunter nehmen wir wahr, dass manche Dienstleister kaum Vorstellung von den Diensten zu haben scheinen, zu deren Verrichtung sie angestellt wurden. Zuweilen wirken sie sogar, als hätten sie nur täuschend echte Augen auf die eigentlich geschlossenen Augenlider gemalt. Unweigerlich vergleichen wir deren Arbeit dann mit unserer eigenen und kommen zu dem Schluss, dass wir selbst uns eine derartig müßige Berufsausübung nicht erlauben dürften und geraten daher in Wut.


Warum suchen wir Gerechtigkeit? (30.09.2021)




Aus Experimenten wissen wir, dass bereits Kleinkinder und Menschenaffen eine Form der Gerechtigkeit suchen, in der es zu einer fairen Verteilung von begehrten Gütern kommt. Ein gewisses Urbedürfnis zum Ausgleich großer Ungleichheiten scheint also angeboren. Bei genauerer psychologischer Betrachtung empfinden wir eine Lebenssituation dann als genugtuend, wenn die berechtigten Erwartungen aller Akteure befriedigt worden sind. Leider werden jedoch in der alltäglichen Welt der Tatsachen weder die Bösen bestraft noch die Guten belohnt. Der Erfolg fällt im Regelfall den Starken zu.

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